Pavel Zelechovsky: ich nicht

Pavel Zelechovsky
beim Winterperformancefestival im Klohäuschen an der Großmarkthalle
Thalkirchnerstr. 81, 81371 München

12. Februar 2011, 18 - 22 Uhr























Sabeth Buchmann schrieb über Pavel Zelechovsky, dass bei seiner künstlerischen Vorgehensweise zuerst die Reaktion und dann der Reiz kommt. Diese Feststellung bezieht sich insbesondere auf seine Situationen - Pavel Zelechovsky nennt seine Auftritte nicht Performances sonder Situationen.

Was Sabeth Buchmann geschrieben hat, bassiert auf den Forschungen des russischen Wissenschaftlers Pawlow, der mit einer kleinen Glocke läutete bevor er den Hunden etwas zu fressen gab und dann genügte es, wenn er mit der Glocke läutete, damit den Hunden die Speichel im Mund zusammen liefen.

Dann schreibt Sabeth Buchmann weiter:

1. "Kunst aus Reaktion": ein vorhersehbares Publikumsverhalten wird in
die Kunst hineingenommen. Von diesem Verhalten wird behauptet, dass
es unabdinkbar zu Kunst dazugehört.
2. "aus Reaktion wird Reiz": das in seiner vorhersehbarkeit entlarvte Publikumsverhalten wird ironischerweise zum Teil des künstlerischen Konzepts. Dieses Konzept weiss um sein Publikum, dass seinerseits weiss, dass es reagieren muss, womit ihm die Hände gebunden sind. Eine paradoxe Reaktionsvorschrift, deren Erfüllung den einmal in Gang gesetzten künstlerischen Vorgang vervollständigt.
Wie auch immer die künstlerische Arbeit von Pavel Zelechovsky rezipiert wird: seine offensiv zum alles-mögliche-hineindeuten-können freigegebene Kunst bedient sich auf produktive (und zugleich produktfeindliche) Weise der Binsenweisheit, dass alles mögliche (eben auch Kunst) immer irgendwie von irgendwem so oder so gesehen werden kann.
Unabhängig davon, wie ein zu untersuchender Gegenstand beschaffen ist, er verändert sich in dem Moment, in dem man ihm mit einem Untersuchungs- instrument zu Leibe rückt.